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Neueste Nachrichten
Maler und Grafiker Ernst Otto Köpke verstorben
Wer in der Pfarrkirche St. Martin in Rheinbach die künstlerisch gestalteten, farbenprächtigen Glasfenster in den beiden Seitenschiffen aufmerksam betrachtet, sieht die Hinweise auf Verse aus der Bibel und entdeckt auch rechts unten die Signatur EOK.
Diese bleiverglasten Fenster sind 1969 nach Entwürfen des Düsseldorfer Künstlers Ernst Otto Köpke von der Fa. Josef Menke in Goch geschaffen worden. Köpke hat 1968 auch die Glasfenster im Chorraum, im Langhaus, über der Orgelempore und in den Seitenkapellen entworfen, u. a. mit Heilig-Geist-Motiven; der Künstler versteht seine lichtdurchfluteten, farbenfrohen Glasfenster als „optische Musik“, die den Ruhe suchenden Betrachter erfreuen und ergreifen soll.
Ernst Otto Köpke ist am 16.08.2009 im Alter von fast 95 Jahren im Kreise seiner Familie in Düsseldorf gestorben, wo er viele Jahre künstlerisch gewirkt hat. Der am 19.11.1914 in Diez an der Lahn geborene Künstler gehörte zu den bedeutenden Glasmalern der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, u. a. studierte er noch bei dem niederländischen Künstler Jan Thorn-Prikker, der seit 1904 in Deutschland wirkte und von 1926 bis zu seinem Tod 1932 als Professor an der Kunstschule Köln lehrte. Thorn-Prikker wendet sich der religiösen Kunst zu und schuf u. a. 1930 den Glasfenster-Zyklus in der Kirche St. Georg in Köln.
Auch die Arbeiten von E. O. Köpke sind in vielen Kirchen im Rheinland und in Westfalen zu finden, beispielsweise in Andernach (Kreuzkirche), Dinslaken (1958 Erlöserkirche), Düsseldorf (1949 Herz Jesu, 1957 Kreuzkirche, 1960 Apostelkirche), Essen (1952 St. Thomas Morus), 1937 Kalkum und 1953 St. Lambertus), Mülheim an der Ruhr (1960 Erlöserkirche, 1976 Friedenskirche). Für den Ratssaal des Duisburger Rathauses entwarf Köpke 1950 drei große Glasfenster (Stadt-Niederrhein und Landesfenster).
In der großen Zeit des modernen Kirchenbaus in den 50er Jahren gestaltete Köpke Fenster mit figürlich-ikonographischen Darstellungen.
Danach entwarf er meist monumentale, architekturbezogene Fensterwände, die ein dynamisches Formen- und Farbenspiel zeigen, oft gestaltete er „freie Kompositionen“ oder eine Synthese aus religiösen Symbolen mit abstrakten Arabesken und Ornamenten. Alle seine Glasmalereien bestechen durch die kräftigen Farbkontraste.
Köpke entwarf zwischen 1953 und 1964 für den Landschaftsverband Rheinland viele Glasfenster in Kliniken und Jugendheimen, so in Bedburg, Bonn, Düren, Euskirchen, Langenfeld, Süchteln. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die intensive Auseinandersetzung Köpkes mit der Wirkung der Malerei auf Kranke zur Unterstützung ihrer Heilung.
Wir können sehr froh sein, in unserer Pfarrkirche St. Martin Glasfenster eines so bedeutenden Künstlers zu besitzen. Unser damaliger Pfarrer Martin Becker (1913-1977) kannte den renommierten Düsseldorfer Künstler Köpke wohl aus seiner Tätigkeit in Düsseldorf als Kaplan in St. Paulus (1955-1959) und Pfarrer in St. Elisabeth (1959-1964), bevor er im Dezember 1964 als Pfarrer nach Rheinbach kam, wo er in St. Martin bis April 1972 wirkte. Er hat die damalige Neugestaltung des Inneren unserer Pfarrkirche ab Juli 1968 mitverantwortet.
Wie sich aus einem Brief von Köpke vom 15.11.1998 an den Pfarrer von Rheinbach ergibt, war er kurz vorher noch einmal mit zwei Freunden in Rheinbach, um gute Farb-Dias von seinen besonders schönen Glasfenstern zu machen, weil seine Freunde Dr. Fey und Prof. K. Pfaff damals eine Veröffentlichung über seine Werke vorbereiteten.
Dabei erinnerte sich Köpke auch an ein großes St. Martinsbild, das er 1946/1947 nach Rückkehr aus sieben Jahren Krieg und Gefangenschaft gemalt und 1969 Pfarrer Martin Becker geschenkt hatte. Zu gerne hätte er 1998 in Erfahrung gebracht, wo sich nach dem Tod von Pfarrer Becker das Bild befindet, das St. Martin zeigt als vom Pferde abgestiegenen Reiter, der seinen Mantelteil dem Frierenden selber um die Schultern legt.
Ob Köpke sein mit EOK signiertes Bild wiedergefunden hat?
Hans Joseph Henk
Hier finden Sie eine Darstellung der Fensterbilder mit den Bibelversen zum Herunterladen!

