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Eröffnungsabend mit Ü für die Firmbewerber 2009

Irgendetwas stimmt nicht. Die Pfarrkirche St. Martin verschlossen. Obwohl um 20 Uhr der Eröffnungsabend für die Firmung 2009 sein sollte. Erste Fragezeichen im Kopf der jugendlichen Firmbewerber.

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Gewohnt, die Kirche nach dem Läuten eine Viertelstunde vor Beginn eines Gottesdienstes zu betreten. Und in den Bänken sitzend den Beginn abzuwarten. An diesem Abend aber: Bitte draußen warten. Und warten. 20 Uhr. Die Türen öffnen sich. Kein elektrisches Licht erhellt die Dämmerung im Inneren der Kirche. Aber der warme Schein unzähliger roter Teelichter weist den Weg durch den Mittelgang zum Altar. Auf den Stufen bunte Tücher und noch mehr Lichter. Platz nehmen. Wie immer. Und aufstehen, wie immer, wenn die Zelebranten aus der Sakristei kommen. Leichtes Schmunzeln auf den Lippen von Michael Loske und Markus Nolden.

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Denn das war’s auch schon mit „alles wie immer“. Und es beginnt das „Ü“. „Ü“ wie Überraschung. „Ü“ wie Ü-Ei, denn beim Überraschungs-Ei weiß man auch nie, was drin streckt, bevor man es ausgepackt hat. Wie an diesem Abend voller Überraschungen.

Die Nebelmaschine zischt – in der Kirche, nicht in der Disco. Verwirrung bei den Firmbewerbern. Deutliche Fragezeichen in den Gesichtern: „Was wird das denn hier?“ Noch mehr Fragezeichen, als einige Spots auf der Leinwand flimmern, darunter: „Jesus Christ – The Musical“. Jesus mit Dornenkrone, gedankenverloren vor der romantischen Kulisse eines Sonnenuntergangs.

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Plötzlicher Stimmungsumschwung:
„I will survive“ von Gloria Gaynor. Sein Song! Er singt, springt auf, wirft unter vielen Menschen in der Großstadt sein Gewand ab, tanzt nur in Unterhosen halbnackt auf Rolltreppe und Bürgersteig, tanzt singend auf einem Fußgängerüberweg – bei Rot. Und wird von in einem Bus überfahren. Aus. Einblendung: „In loving memory of Jesus Christ“. Darf man da lachen? Darf man so einen Spot über Jesus machen? In der Kirche zeigen? Was darf ich in der Kirche? Was möchte in der Kirche? Wie möchte ich Kirche?

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Robin Scharrenbroich, gleichaltriger Jugendlicher aus Oberdrees, ist ein besonders begabter Tänzer. In der Taufkapelle gibt er eine Kostprobe. Die Firmbewerber sind hingerissen und beeindruckt. Applaus. Zugabe. „Robin ist ein toller Tänzer.

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Du kannst auch etwas ganz Besonderes. Jede und jeder von Euch ist etwas Besonderes! Jede und jeder von Euch ist damit ein ganz besonderer, einmaliger Teil der Gemeinschaft, ein wichtiger Teil Eurer Kirche“, macht Michael Loske den Firmbewerbern deutlich.

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Drei Gruppen-Angebote haben sie dann zur Auswahl: „Wünsch-dir-was-Singen“ in der Taufkapelle, Improvisationstheater in der Marienkapelle, Meditation und Stille in der Krypta.

Die Jugendlichen wählen nach ihren Neigungen und Stimmungen. Manche suchen die Aktivität beim Singen, manche beim spontanen Theater-Spiel, andere die Stille in der Krypta.

Zum Schluss ein gemeinsames Lied. Und zum Abschluss der persönliche Segen. Jeder Firmbewerber geht zu einem Firmbegleiter seiner Wahl und wird gesegnet.

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Nach-Hause-Weg. Fragezeichen: „Ist das Gottesdienst? – Diese Frage kann jede und jeder heute Abend für sich selbst beantworten.“ Ausrufezeichen: „Ihr seid Kirche!“ „Wir sind Kirche!“

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Auch zur Freude der nicht mehr ganz jungen Generation, wie diese spontane Äußerung einer älteren Dame, vielleicht Ende 70, die auch beim Eröffnungsabend in der Kirche war: "Das also ist die Zukunft der Katholischen Kirche, das ist unsere Jugend! Wie schön!“

Text und Bilder von Gerda Saxler-Schmidt