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Die Weihnachtskrippe in St. Martin Rheinbach
Im Jahr 1993 entschloss sich die kath. Kirchengemeinde St. Martin Rheinbach, mir den Auftrag zur Schaffung einer neuen Krippe zu geben. Ich bemühte mich, den Anforderungen gerecht zu werden und erarbeitete Figuren, die beweglich sind und zu verschiedenen Bildern zusammengestellt werden können. Zuerst entstanden die wichtigsten Figuren: die Heilige Familie, die Hirten, der Verkündigungsengel und die drei Weisen oder Könige.
In den nächsten Jahren durfte ich meine Vorstellung verwirklichen, die Ärmsten der Welt, vor allem
Kinder, zur Krippe kommen zu lassen. So wie in der Nacht der Geburt Jesu diese frohe Botschaft zuerst den Ärmsten, nämlich den Hirten, verkündet wurde, so sollten auch hier die Ärmsten zur Krippe kommen dürfen. Es kamen zur Krippe: ein indianisches Ehepaar mit Kind aus Amerika, zwei Straßenkinder aus Brasilien, aus Afrika eine Mutter mit zwei Kindern, die sich aus dem
Bürgerkrieg in Ruanda gerettet hatten und eine Großmutter mit verwundetem Jungen aus dem Bosnien-Krieg. Aus Asien kam noch eine Inderin mit Kind dazu und aus dem fernen Asien eine Reisearbeiterin mit Sohn. Auch unsere reiche europäische Gesellschaft hat ihre Randgruppen. So entstanden ein obdachloser Bettler und zwei arbeits- und obdachlose Jugendliche.
Im Januar steht immer eine Nachbildung des Hl. Vinzenz Pallotti mit den beiden Straßenkindern an der Hand an unsere Krippe, als Ausdruck der Verbundenheit der Pfarrgemeinde mit den Pallottinern, die unsere Pfarre seit Jahren geistlich betreuen und sich in der ganzen Welt um die Erziehung von Kindern bemühen.
Auch Tiere gehören zur Krippe. So entstand eine Schafherde. In der Heiligen Nacht steht immer ein Mutterschaf mit einem neugeborenen Lamm in der Nähe der Krippe als Symbol für das Lamm Gottes. Auch Ochs und Esel sind symbolhaft an der Krippe. Im Buch Jesaja (1,3) steht: „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel
aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht.“ Im Mittelalter wurde der lasttragende Ochse als Sinnbild für das auserwählte Volk und der Esel als Symbol für das Heidentum angesehen. Selbst das weiße Rechtecktuch unter dem Jesuskind in der Krippe war ein Symbol für das Altartuch, auf dem das Messopfer gefeiert wird.
Im Jahre 2000 erhielt der Wüstenkönig ein Dromedar mit Führer und 2002 die Verkündigungsszene drei kleine Engel, auf Wunsch vieler Kinder und jung gebliebener Erwachsener.
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