St. Jodokus-Bruderschaft

St. Jodokus-Bruderschaft Rheinbach und Umgebung

Im Laufe des Jahres 1862 fanden sich Verehrer des Hl. Jodokus in Rheinbach zusammen, um von hier aus eine eigene Wallfahrt nach St. Jost vorzubereiten.

 

Seit nunmehr 155 Jahren, wenn der Herbst schon seine Spuren in der Natur zeigt, pilgern die Mitglieder der St. Jodokus-Bruderschaft auf alten Prozessionspfaden über die Höhen und durch die Täler der Eifel zum stillen Kapellchen im Nitztal und zur Langenfelder Wallfahrtskirche, in der eine Reliquie des Hl. Jodokus aufbewahrt und verehrt wird.

 

Langenfeld gilt als die bedeutendste Stätte der Jodokusverehrung in Deutschland. Der Hl. Jodokus ist der Schutzpatron der Pilger, Reisenden und Seefahrer. Er beschützt Blinde und Kranke, wacht über Hospitäler und Siechenhäuser, bringt Rettung bei Pest und Feuersnot. Als Schutzheiliger der Bauern schützt er vor Gewitter und Hagelschlag, hilft bei Viehseuchen, bewahrt die Feldfrüchte vor Schädlingen. Er schützt auch Obstbäume, bringt Kindersegen, hilft bei Fieber. In noch vielen anderen Nöten wird er angerufen.

 

Dargestellt wird der Hl. Jodokus im Pilgergewand, mit Pilgerhut und Wanderstab, eine Pilgermuschel am Gürtel oder am Hut, zu seinen Füßen immer Krone und Zepter, die Zeichen seiner verschmähten weltlichen Macht.

 

Erstmals in der langen Wallfahrtsgeschichte der St. Jodokus-Bruderschaft Rheinbach und Umgebung besuchten am 28./29. Juni 1986 Mitglieder der Bruderschaft den Ausgangspunkt der allgemeinen Jodokusverehrung, das Dorf Saint Josse-sur-Mer an der Nordwestküste Frankreichs. Für viele Bruderschaftsmitglieder ging damit ein langersehnter Wunsch in Erfüllung, den Schrein und die Grabeskirche des heiligen Jodokus kennen zu lernen. Erfreulicherweise konnten die Jodokus-Wallfahrer diese Reise am 4./5. Juli 1987 noch einmal wiederholen.

 

Am 28./29. Juli 2001 fand eine weitere Reise nach Saint Josse-sur-Mer statt. An dieser Reise nahmen die Bruderschaften aus Adendorf, Altendorf, Fritzdorf, Hönningen und Rheinbach teil.

 

Am Pfingstfest 2012, vom 26. bis 28. Mai 2012, führte die bereits vierte Fahrt der Bruderschaft eine 30köpftige Pilgergruppe nach St. Josse-sur-Mer an der Küste des Atlantiks, um an der Pfingst-Festwoche 2012 teilzunehmen; die, jahrhundertelanger Tradition zufolge, ausschließlich der Verehrung des hl. Jodokus gewidmet ist.

 

Für jeden Jodokuspilger stellt diese Pilgerfahrt zum Jodok-Schrein einen Höhepunkt in der Verehrung des Heiligen dar, der seit dem 9. Jahrhundert als Schutzpatron in mancherlei Not und Bedrängnis angerufen wird.